Gemeinsam geht es besser!
von Andreas Kratzer
Am 15. Juni erschien in der
Deutschen Zuckerrübenzeitung ein Bericht
über die Gablinger Maschinengemeinschaft. Da ich von dieser Gesellschaft der
Vorsitzende bin, möchte ich ihnen einen Einblick über die Innovationskraft der
Gablinger Landwirte geben. Der Erfolg dieser Gemeinschaft ist wohl in Bayern
einzigartig. Man sieht sehr deutlich, dass durch eine Zusammenarbeit
Möglichkeiten entstehen, die alleine undenkbar wären. Doch die richtigen Leute
müssen sich treffen. Wenn andere Landwirte Interesse an solch einer Gemeinschaft
haben, können wir gerne in Ihrem Dorf eine Vortragveranstaltung organisieren.
Melden Sie sich einfach bei mir.
Ein Erfolgsmodell mit Nachahmungswert
Von Rudolf Apfelbeck,
Verband bayerischer
Zuckerrübenanbauer, Barbing
Seit 1994 hat sich, ausgehend von einem gemeinsam angeschafften Mulchgerät,
eine Maschinengemeinschaft entwickelt, die ein komplettes Maschinenprogramm für
den Ackerbaue und die Grünfutterbergung bei ihren Mitgliedern einsetzt. Durch
eine gute Auslastung, gute Pflege und insbesondere eine geschickte
Einsatzleitung, können Kostensätze der benachbarten Maschinenringe unterboten
werden. Die Gemeinschaft sieht sich allerdings nicht als Konkurrent zum
Maschinenring.
Erst Mulchgerät …
Gablingen liegt rund 15 Kilometer nordwestlich von Augsburg und hat noch etwa
20 Vollerwerbsbetriebe. Die Maschinengemeinsaft, die als gewerbliche GbR
organisiert ist, wurde aus einem fast „harmlosen“ Ereignis heraus gegründet. Die
Versammlung der Gablinger Jagdgenossenschaft hat 1994 den gemeinsamen Kauf eins
Mulchgerätes mehrheitlich abgelehnt – meist durch nicht mehr landwirtschaftliche
aktive Grundbesitzer. Das führte dazu, dass sich sechs Landwirte
zusammenschlossen und das Mulchgerät selbst erwarben. Bereits ein Jahr später
wurde ein Mähdrescher DO88 gekauft und mit vier alten Geräten im Dorf ersetzt.
Mittlerweile ist die Gemeinschaft auf 26 Mitglieder angewachsen, wobei auch die
benachbarten Ortschaften Stettenhofen, Langweid und Achsheim einen Teil der
Mitglieder stellen. Nach rund 13 Jahren gehört folgende Ausstattung zum
Maschinebestand: drei Schlepper, ein Kartoffelroder, zwei Grubber, zwei
18-Tonner Anhänger, eine Kartoffeldammfräse, eine Säkombination, ein Pflug, eine
Scheibenegge, eine Pflanzenschutzspritze, zwei Großschwader, zwei
Mähkombinationen und drei Güllefässer. Nicht alle Mitglieder sind an jeder
Maschinen beteiligt.
… dann Mähdrescher und jetzt …
In der Gemeinschaft wurden einige Grundprinzipien bis zum heutigen Tag
durchgehalten:
- Es werden nur Maschinen angeschafft, wenn beim Kauf bereits eine
wirtschaftliche Auslastung gegeben ist. - Jede Maschine hat einen festen Standort, muss nach jedem Einsatz
zurückgebracht werden und wird dort auch gewartet. - Die Maschinen werden fremdfinanziert und die Verrechungsstunde oder –hektarsätze
so exakt kalkuliert, dass der Abschreibugswert auch dem Gebrauchtwert der
Maschine entspricht. Damit kann die Maschinegemeinschaft praktisch jederzeit
aufgelöst werden. - Die Verrechnungssätze und die Restwertaufteilung beim Maschinenverkauf
erfolgt auf die Gesamtlaufzeit der Maschinen, d.h. bei einem „Ausstieg“ aus
einer Maschine oder einem nachträglichen „ Einstieg“ sind Risiken auf alle
Einsatzeinheiten gleich verteilt (z.B. bei einer größeren Reparatur) - Jede Maschine hat einen Einsatzleiter und für den Einsatz gelten feste
Regeln. o Jede Arbeitsstunde für Maschinenreparatur und –pflege sowie für
Geschäftsführung wird vergütet
Die 26 Mitglieder bewirtschaften rund 1000 ha Fläche und die Betriebsgröße
liegt zwischen 15 und 120 ha. Einige der Betriebe haben ihren Arbeitsschwerpunkt
in der Tierhaltung, der Direktvermarktung oder auch in der Dienstleistung
(Winterdienst), so dass teilweise nicht nur die Maschinen alleine, sondern auch
gleich der Fahrer gestellt wir. Bei Maschinen wie Mähdrescher und der Schlepper
– Säkombination ist die „Fahrermiete“ verpflichtend – sonst ist die Gefahr von
Bedienungsschäden zu groß, so eine leidvolle Erfahrung.
…komplettes Maschineprogramm
Die Geschäftführung hat Josef Wollmann aus Stettenhofen inne. Er gehört auch
der Vorstandschaft des Rübenrodevereins Donauwörth an. Ihm stehen sechs
Vorstände zur Seite, die sich i.d.R. einmal im Monat treffen und beispielsweise
Maschinenkäufe oder –verkäufe vorbereiten. „Sehr wichtig ist, das die
Geschäftsführung durch eine absolut verlässliche Person und einen realistischen
„Kalkulierer“ ohne überzogenes Gewinnstreben oder Maximierung beim
Maschinenumsatz gemacht wird.“, so Vorstandsmitglied Andreas Kratzer aus
Gablingen, der seinen Arbeitsschwerpunkt in der Eiervermarktung und seinem
Hofladen sieht. Die Gemeinschaft liegt ziemlich genau an der Nahtstelle zwischen
den Maschinenringen Schwabmünchen und Donauwörth. „Wir sehen uns nicht als
Konkurrenz zum Maschinenring“, so die beiden unisono. „Wir sind als kleine
regional begrenzte Gemeinschaft flexibeler.“ Die Abrechnung der Leistungen
erfolgt über den Maschinering Donauwörth, wird aber von Wollmann erstellt. Die
großen Stärken der Gemeinschaft sind die fortschrittliche und
gemeinschaftsdienliche Einstellung der Vorstandschaft und der Mitglieder, eine
straffe Organisation und Einsatzleitung. Dass sich die Gemeinschaft nur auf drei
Ortschaften ausgedehnt hat und dadurch kurze Wege beim Maschineneinsatz und bei
den Entscheidungen möglich sind, ist sicherlich ein großer Pluspunkt für die
erfolgreiche Gemeinschaft. „Jeder kennt jeden und weiß auch, wie der andere zu
nehmen ist“ so Kratzer. Die Familien der Mitglieder treffen sich zu
verschiedenen Anlässen und damit kommt das Persönliche auch nicht zu kurz.
Kategorie:: Landwirtschft, Unser Betrieb am 12.07.07, 09:13

Auch die Landwirtschaft muss neue Wege gehen: Ich finde euer Konzept gut, mal sehen ob ich das hier auch anregen kann. Aber ich denke, dass es erstmal schwierig ist, die Leute zu überzeugen, dass es gut ist zusammenzuarbeiten. Das Vertrauen muss erstmal geschaffen werden – und es braucht gute Leute, die sich für so ein Projekt einsetzen.
Kleiner Tipp noch: Der Artikel ist interessant, aber schwer zu lesen, da kursiv geschrieben. Vielleicht kann man das ja noch ändern. Oder noch besser: Vielleicht zusätzlich den Artikel zum Downloaden eingescannt?
Gruß aus dem hohen Norden.
Im Moment ist es schierig Landwirte von dieser Art der Maschinennutzung zu überzeugen. Durch die “Goldgräberstimmung” in der Landwirtschaft lassen sich viele Bauern blenden, und sie übersehen die arbeits- und betriebswirtschaftlich Notwendigkeit einer solchen Zusammenarbeit.
[...] angebaut. Da dies viel zu wenig ist um einen eigenen Mähdrescher zu kaufen, sind wir in einer Maschinengemeinschaft organisiert. Wenn das Getreide reif ist, kommt diese Maschine um es zu [...]