Landwirtschaft in der Ukraine: Früher ritten die Cowboys nach Westen – heute geht es in den Osten!


von Andreas Kratzer

Heute besichtigten wir die Agrarholding Reis. Sie bewirtschaftet 180 000 ha, die auf mehreren Standorten verteilt sind. Gleichzeitig betreibt sie die Generalvertretung von John Deere für die Ukraine. Auf dem Betrieb den wir besichtigten wurden 6000 ha bewirtschaftet. Dazu wurden ca. 200 Milchkühe gehalten. 27.jpg Zuerst wurden wir in das Büro des Direktors eingeladen. Er stellte uns seinen Betrieb vor und erklärte uns die Geschichte der Landwirtschaft in der Ukraine. 28.jpg
Die Molkereiwirtschaft in der Ukraine hat noch nicht das Niveau das wir im Westen kennen erreicht. Aber auch hier wird täglich die Milch auf dem Betrieb abgeholt.

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Mit dieser Melktechnik so eine große Anzahl von Tieren zu melken erfordert viel Personal.
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Arbeitskräfte in der Ukraine sind kein Problem. Eine Melkerin verdient 5 Krivna / h (Die Landeswährung in der Ukraine, 7 Krivna sind 1 Euro)
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Die Anbindehaltung in der Milchviehhaltung ist in Deutschland schon Geschichte. Doch in der Ukraine werden noch viele Kühe so gehalten. Auf alle Betriebe, auf denen wir waren, herrschte der “Standart Osteuropa Milchviehstall” vor. Dieser wurde von der DDR bis nach Sibirien so gebaut.
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Das Jungvieh stand in einem eigenen Stall mit Auslauf.
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Das Betriebsgelände war riesig. Es standen sehr viele Gebäude auf dem Gelände. Doch für eine moderne Landwirtschaft waren sie nur noch sehr bedingt zu verwenden.
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Anschließend wurde uns der Maschinenpark des Betriebes vorgeführt. Auf diesen war der Betriebsleiter sehr stolz. Anders wie in der Tierhaltung waren sie dort auf dem neuesten Stand.
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Ein Urlaubsbild!
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So sieht es aus, wenn der Busfahrer die Tür öffnet. Und die Insassen sind Bauern aus Deutschland.

Am Nachmittag fuhren wir auf einen Betrieb, der auch unter ukrainischer Führung stand. Ein ehemaliger Kolchosenverwalter übernahm nach der Wende diesen Betrieb. Es werden ca. 4000 ha bewirtschaftet. Außerdem wurden Kühe und Schweine gehalten.
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Wir wurden von der Betriebsleiterin begrüßt. Eigentlich sollte man jemand nicht nach seinem Aussehen bewerten, doch der erste Blick täuschte uns nicht. Sie stand im Betrieb in der zweiten Führungsebene und hatte wenig Ahnung, was im Stall oder auf dem Feld passierte. Der Betrieb war noch stark auf kommunistische Betriebswirtschaft ausgerichtet.
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Der Stall war exakt der gleiche wie im vorherigen Betrieb. Doch es schien, dass hier das Management sehr starke Mängel aufwies. Die Tiere in diesem Stall gaben etwa 4000 l Milch im Jahr (Der Durchschnitt in Deutschland liegt bei 7000 l) Trotzdem werden die Tiere dreimal am Tag gemolken. Eigentlich nur notwendig bei sehr hohen Leistungen. Auf Anfrage bekamen wir die Antwort, dass dies 1978 eingeführt wurde.
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Dieser Milchviehstall machte keinen tollen Eindruck.
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Auch wurden die Felder ausschließlich mit Osttechnik bewirtschaftet.

Nun trafen wir den ersten Cowboy. Wir fuhren zum Betrieb von Niels Petersen. Er bewirtschaftete einen 1200 ha Betrieb im Dorf Hubnyk. Im Top Agrar stand ein ausführlicher Bericht über diesen Betrieb.
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Es ist ein lustiger Typ, der genau weiß was er will. Was mich an ihm sehr imponierte war, dass er sich der Situation hier absolut anpasste. Ich denke mir, das System “Ukraine” muss man verstehen. Und dann gibt es nur, mitmachen oder wieder fahren. Niels macht mit. Und ihm macht es Spaß!
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Das kann man sich in Deutschland nicht vorstellen. Mit diesem “Gespann” spritzt Niels 1200 ha. Er erzählte uns, dass er auch trotz der Trockenheit 2007 noch Gewinne erzielt hat. Da er seine Kosten im Griff hat, und keine unnötige Technik anschaffen wird.
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Die Gebäude sind auf seinem Betrieb in einem sehr guten Zustand. Was auch sehr wichtig ist, ist die Mauer um sein Betriebsgelände. In der Ukraine wird jeder Bauernhof mit Wachpersonal bewacht. 24 h am Tag.

5 Kommentare zu “Landwirtschaft in der Ukraine: Früher ritten die Cowboys nach Westen – heute geht es in den Osten!”

  1. Hallo,
    ich habe auch grosses Interesse an einer Reise nach der Ukraine.Ich habe die Artikel in den Fachzeitschriften immer aufmerksam verfolgt.
    Sehr gerne würde ich auch mal die Betriebe Petersen und Wenzel besichtigen.Ich habe vielleicht sogar vor,sehr kurzfristig zusammen mit einem bekannten nach der Ukraine zu fahren.Falls Ihr mir die Adresse von den beiden geben könnt,wäre ich sehr dankbar.
    Natürlich werde ich dann vorher fragen ob ich kommen ich dort überhaupt erwünscht bin.
    Zu meiner Person.Ich bin 35 Jahre alt und bin im Alter von 22 Jahren alleine nach Ostdeutschland gekommen und habe hier unter ähnlichen Bedingungen angefangen,wie Nils jetzt in der Ukraine.Angefangen habe ich hier damals mit 50 ha Pachtland,mittlerweile hat sich daraus ein Betrieb mit über 500 ha entwickelt,der recht gut läuft.
    Ich denke Herr Petersen würde sich bestimmt über einen Erfahrungsaustausch freuen.
    Übrigens,ich kann mich sehr gut anpassen und möchte nicht den wilden Cowboy aus dem Westen dort spielen.Falls jemand auch Interesse hat die Ukraine zu bereisen,dann könnte man das vielleicht ja auch gemeinsam tun.Ich denke Ihr ward ja wohl ne seriöse Truppe,sonst würde ich euch gar nicht schreiben!!
    Für Eure Hilfe bedanke ich mich schon jetzt.
    vg Ralf Schüller

  2. servus Ralf Schüller ich bin Alan 24 alt komme aus Oberschlesien hab interesse auch nach Ukraine fahren e-meil pphalex@vp.pl schreb mich

  3. servus Ralf Schüller ich bin Alan 24 alt komme aus Oberschlesien hab interesse auch nach Ukraine fahren schreb mich an auf meine e-meil

  4. Vielen dank für schöne Fotos. Sehr schöner Bericht!

  5. Gute Artikel
    Und es stimmt, was hier geschrieben ist.
    Ich kenne die Betriebe.

    Übrigens, wenn jemand Interesse an der Reise in der Ukraine hat, könnt ihr Euch bei mir melden.

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