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	<title>Online-Blog von Andreas Kratzer, Gablingen &#187; Meinungen</title>
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	<description>Blog mit Beiträgen vom Gablinger Landwirt Andreas Kratzer von der Eishop GbR.</description>
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		<title>Gablingen/Brüssel</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Apr 2009 15:12:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche besuchte mein Vater das EU Parlament in Brüssel. Dabei traf er auch Politiker aus unserer Region. Was dabei herausgekommen ist können Sie in der Augsburger Allgemeine und in der Süddeutschen Zeitung nachlesen. 
Zwei Tage später rief das Büro von Herrn Ferber an, um eine interview in Sat1 mit meinem Vater durchzuführen. Doch daraufhin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.eishop.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/ferber.jpg"><img src="http://www.eishop.de/blog/wp-content/uploads/2009/04/ferber-300x225.jpg" alt="ferber" title="ferber" width="300" height="225" class="alignright size-medium wp-image-305" /></a>Letzte Woche besuchte mein Vater das EU Parlament in Brüssel. Dabei traf er auch Politiker aus unserer Region. Was dabei herausgekommen ist können Sie in der <a href="http://www.augsburger-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Bayern/Artikel,-europawahl-csu-stammwaehler-_arid,1565039_regid,2_puid,2_pageid,4289.html">Augsburger Allgemeine</a> und in der <a href="http://www.sueddeutsche.de/450384/384/2849705/Zu-viel-Aber-und-zu-wenig-Ja.html">Süddeutschen Zeitung</a> nachlesen. </p>
<p>Zwei Tage später rief das Büro von Herrn Ferber an, um eine interview in Sat1 mit meinem Vater durchzuführen. Doch daraufhin schrieb ich Herrn Ferber folgenenden Brief:</p>
<p><em>Sehr geehrter Herr Ferber,</p>
<p>ich war wirklich erstaunt, welches mediale Echo der Ausflug meines Vaters nach Brüssel, nach sich gezogen hat. In vielen Punkten muss ich meinem Vater Recht geben, obwohl er nicht mehr direkt mit dem täglichen Betriebsablauf vertraut ist, und somit auch die Details nicht kennt. </p>
<p>Es freut mich, dass Sie die Sache ernst nehmen, und die Dinge vor Ort klären wollen. Ich bin mir auch sicher, dass wir von unseren Standpunkten überhaupt nicht weit auseinander liegen. Auch ich bin der Meinung, dass die Kompetenz der örtlichen Prüfer erhöht werden muss. Nur diese können beurteilen, welches „Gefahrenrisiko“ von einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb ausgeht. Sie kennen den Betriebsleiter und können seine Sorgfaltspflicht richtig einschätzen. In diese Richtung geht auch die Gesetzgebung aus Brüssel. Ihm müssen Instrumente in die Hand gegeben werden, mit denen er betriebsindividuell entscheiden kann, ohne eine Wettbewerbsverzerrung herbeizuführen. </p>
<p>Doch in letzter Zeit wurde immer nur Verantwortung von oben nach unten weitergegeben. Keiner wollte mehr seinen Kopf hinhalten. Somit ist ein System entstanden, in dem sich jeder selbst kontrollieren muss. Durch dieses System entsteht Bürokratie. Ich bin der Meinung, dass Verantwortung wieder neu verteilt werden muss. Auch der Lebensmittelkontrolleur muss Verantwortung übernehmen können. Doch er muss auch wissen, dass er bei einem Problem nicht alleine dasteht. Sonst passiert etwas, das unweigerlich zu einem bürokratischen Papiertiger ausufert. </p>
<p>Auch die Medien haben in diesem „Spiel“ eine miserable Rolle eingenommen. In Deutschland haben wir die sichersten Lebensmittel und das geringste Vertrauen in diese. Das ist ein Ergebnis der sensationsgeilen Berichterstattung in unserem Land. Deshalb kann ich auch unsere Lebensmittelkontrolleure verstehen, die sich scheuen Verantwortung zu übernehmen, und sich somit der Gefahr aussetzen, am nächsten Morgen von den Medien zerrissen zu werden. Der BSE Skandal war sicherlich kein Lebensmittelskandal, in meinen Augen war dies ein Medienskandal erster Güte. </p>
<p>Aus diesem Grund habe ich auch kein Interesse mit ihnen in den Medien dieses Thema zu diskutieren. Doch wenn Sie ehrliches Interesse an dieser Sache haben, dann würde ich mich freuen, wenn wir uns an einen Tisch mit Vertretern der Lebensmittelkontrolle setzten und über diese Thematik sprechen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Andreas Kratzer</em></p>
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		<title>Krise des Finanzsystems</title>
		<link>http://www.eishop.de/blog/2009/262/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 16:50:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Wochenende besuchte ich in der evangelischen Akademie in Tutzing eine Tagung zum Thema „Krise des Finanzsystems“. Es war eine sehr interessante Tagung mit sehr kompetenten Referenten. Sie waren sich alle einig „Es ist sehr ernst!“ In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen einen Brief zeigen, den ich Anfang 2006 unserem Vorstand der Raiffeisenbank geschrieben habe.

26. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Wochenende besuchte ich in der evangelischen Akademie in Tutzing eine Tagung zum Thema „<a href="http://www.ev-akademie-tutzing.de/">Krise des Finanzsystems</a>“. Es war eine sehr interessante Tagung mit sehr <a href="http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/html2pdf/pdf_gen/demo/html2ps.php?URL=http://www.ev-akademie-tutzing.de/doku/programm/detail.php3;part=prog,lfdnr=1304">kompetenten Referenten</a>. Sie waren sich alle einig „Es ist sehr ernst!“ In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen einen Brief zeigen, den ich Anfang 2006 unserem Vorstand der Raiffeisenbank geschrieben habe.</p>
<p><span id="more-262"></span></p>
<p>26. Mai 2006</p>
<p>Offener Brief an die Vorstände und Aufsichtsräte der Raiffeisenbank Meitingen – Gersthofen</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Zwerger,</p>
<p>ich möchte die Gelegenheit nutzen, Ihnen meine Sichtweise der Entwicklung meiner Bank mitzuteilen. Auf einer Generalversammlung ist dies leider nicht mehr möglich. </p>
<p>Vor 150 Jahren als die Industrialisierung in Europa in vollem Gange war, fegte ein gewaltiger Umbruch über unser Land hinweg. Viele Menschen kamen bei diesem Um-schwung nicht mehr mit und fielen durch den sozialen Rost. In dieser Zeit hatte ein Mann eine Vision. Er wollte den Menschen eine Chance geben, ihr Leben eigenverantwortlich und selbstständig zu gestalten. Er forderte sie auf, enger zusammenzurücken. Die Genossenschaft war geboren. Der Name des Mannes lautete, Friedrich  Willhelm Raiffeisen. </p>
<p>Der Name Raiffeisen ist inzwischen zu einem starken Markenzeichen geworden. Doch wer verbindet diesen Namen noch mit einer Gemeinschaft? Mit einer Gruppe, die gemeinsame Ziele verfolgt, in der jeder für jeden da ist? Oder kennen Sie noch einen Unterschied zwischen einer Raiffeisenbank und einer Sparkasse, außer dem Logo? </p>
<p>Mitgliederorientierung, Demokratie, Regionalität, Solidarität und Subsidiarität, die Grund-werte einer Genossenschaft, kennt jeder von uns. Doch wenn ich meine örtliche Bankfiliale betrete, wird mein Name in den Datensatz 422460 umgewandelt. Ich bin mir sicher, wenn Herr Raiffeisen sehen würde, was unter seinem Namen geschieht, würden viele Bankdirektoren in Deutschland wegen Namensrechtverletzung angeklagt. Raiffeisen wollte etwas anderes. Er schuf Organisationen, die die Interessen ihrer Mitglieder in den Mittelpunkt stellten. Die Organisation war für die Mitglieder geschaffen. Der Erfolg bestand nicht nur in einem Parameter, der sich in der Höhe der Dividende widerspiegelte. Die Wirtschaftlichkeit war die Grundlage, doch er wollte, dass Menschen füreinander einstehen. Diesen Erfolg kann man nicht in eine Prozentzahl gießen. </p>
<p>Für mich ist es ein Graus, wenn diese Entwicklung immer mit der allgemeinen Entwicklung gerechtfertigt wird. Kann denn mit solch einer Einstellung Neues geschaffen werden, wenn wir uns nur anpassen? Meiner Meinung nach sind solche Äußerungen nur ein Mangel an Kreativität. Die Gründer der Genossenschaftsbewegung sind es, die in der Frühphase der Industriegesellschaft das taten, was im Zeitalter der globalen Informationsgesellschaft erst recht notwendig ist: Initiative zeigen und Neues wagen. Weniger Anpassung, mehr Widerstand ist gefragt. Mag sein, dass sich das kurzfristig nicht auszahlt; mittel- und langfristig, so meine feste Überzeugung, aber schon. </p>
<p>Der wirtschaftlich vernünftig handelnde, weil auf seinen Vorteil bedachte Mensch wurde zum Leitbild einer Gesellschaft, und dieses Leitbild wurde gesellschaftsmächtig, weil die Nach-kriegsgesellschaften im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts ökonomisch so außerordentlich erfolgreich waren. Doch dieses Leitbild artete aus, und gipfelte in dem allen bekannten Unwort: Turbokapitalismus und shareholder value. Nur noch der kurzfristige eigene Vorteil zählt. Alles andere ist egal. Kurzsichtigkeit und Egoismus sind keine nachhaltigen Eigen-schaften, die langfristigen Erfolg versprechen. </p>
<p>In Deutschland war das soziale Denken fast ausschließlich auf den Staat fixiert, von dem man sich die Erlösung von allen gesellschaftlichen Übeln erhoffte. Doch dass dies nicht mehr funktioniert, können wir täglich in den Nachrichten hören. Doch wer trägt dafür die Verantwortung? Ich bin überzeugt davon, dass jeder dazu seinen Beitrag leisen muss. Vor allem die bestehenden Genossenschaften haben meiner Meinung die Aufgabe, die Werte des Herrn Raiffeisen, und seien sie ihrer Meinung nach noch so altmodisch, in ihrer Firmenphilosophie zu kommunizieren und auch vorzuleben. Sonst müsste die logische Konsequenz eine Namensänderung sein.  Dass dies nicht mit Verzicht geschehen muss, sehen wir an erfolgreichen Menschen die Vertrauen in die Gesellschaft haben. Sie können Verantwortung abgeben. Sie sehen die Stärken ihrer Mitmenschen. Sie können Netzwerke schaffen in der alle Beteiligten profitieren, unter anderem auch Sie. Sie sind erfolgreiche „Genossen“.</p>
<p>Aus diesem Grund stößt mich auch der Werbespot der Raiffeisenbanken auf. „Wir machen den Weg frei“ Das ist eine Aussage, die in keinster Weiße den genossenschaftlichen Prin-zipien entspricht. „Wir“, da ist die Bank gemeint. „Den Weg“ das ist mein Weg. Eine Genossenschaft lebt aber von einer Gemeinschaft in der ich nicht nur fordern kann, also „meinen Weg frei machen“. In eine Genossenschaft muss ich auch etwas mit einbringen um diesen Weg freizumachen. Deshalb würde der Werbespot „Gemeinsam machen wir unseren Weg frei“ viel besser zu einer Genossenschaft passen. Dann wäre ich wieder ein Teil dieser Gemeinschaft. Ich könnte mich mit Ihr identifizieren und Solidarität würde entstehen. </p>
<p>Ich bin überzeugt davon, dass diese allgemeine „Fusionswelle“ die über unsere Raiffeisen-banken hereinbricht nicht den Zielen der Genossenschaft entspricht. Wie soll Solidarität und Vertrauen entstehen, wenn ich mit noch 15000 Genossen in meiner Bank bin? Dann ist es auch egal, ob es 15`000, 150`000 oder 1,5 Mio. sind. Ich habe keinen Bezug mehr zu Ihnen. Ich bin sogar der umgekehrten Meinung, dass Regionalität ein Differenzierungskriterium ist, und nicht als Wachstumshemmnis angesehen werden muss. Doch neue Organisationsformen sind dann gefragt. Das heißt Kreativität! Denn eines ist sicher, der Erfolg oder Misserfolg einer Genossenschaft heißt Vertrauen und Solidarität. Wenn dies nicht vorhanden ist, ist auch der Begriff Genossenschaft eine Phrase. Solidarität von Genossenschaftsmitgliedern mit ihrem „Unternehmen“ hängt davon ab, inwieweit es gelingt, über finanzielle Vorteile hinaus nach außen und innen eine besondere Identität zu schaffen. Von diesen Werten entfernen Sie sich in Lichtgeschwindigkeit.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p>
<p>Andreas Kratzer</p></blockquote>
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		<title>Edeka schießt den fairen Vogel ab</title>
		<link>http://www.eishop.de/blog/2008/edeka-schiest-den-fairen-vogel-ab/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Aug 2008 15:09:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es ist wirklich interessant, was sich große Marketingargenturen alles einfallen lassen, um an Kunden zu kommen. So kann man bei der Edekatochter „Netto“ jetzt beim Milcheinkauf wählen, ob man fair zu sich selbst ist (Der Liter Milch kostet 0,61 €) oder fair zu den Landwirten (Der Liter Milch kostet 0,71 €). Was immer das auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href='http://www.eishop.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/erzeugerherz_content.jpg'><img src="http://www.eishop.de/blog/wp-content/uploads/2008/08/erzeugerherz_content.jpg" alt="" title="erzeugerherz_content" width="450" height="190" class="alignleft size-full wp-image-203" /></a><br />
Es ist wirklich interessant, was sich große Marketingargenturen alles einfallen lassen, um an Kunden zu kommen. So kann man bei der Edekatochter „Netto“ jetzt beim Milcheinkauf wählen, ob man fair zu sich selbst ist (Der Liter Milch kostet 0,61 €) oder fair zu den Landwirten (Der Liter Milch kostet 0,71 €). Was immer das auch heißen soll.</p>
<p>Was wird denn in einem Discounter fair gehandelt? Oder andersherum, was ist denn überhaupt „fairer Handel“? Oder lassen wir den „Handel“ bei Seite. Stellen wir uns einfach die Frage „Was ist fair?“</p>
<p>Für mich ist das eine ganz klare und einfache Definition. Fair ist, wenn ich meine Macht nicht missbrauche. Und da kann jeder bei sich selbst anfangen. Wie gehe ich mit meinen Mitarbeitern um? Nütze ich es aus, wenn jemand in Schwierigkeiten kommt? Nütze ich meinen Wissensvorsprung aus, um einen anderen zu übervorteilen? </p>
<p>Die Frage ob etwas Fair ist, stellt sich für mich erst dann, wenn ein gewisses „Machtungleichgewicht“ herrscht. Je ungleicher das Kräfteverhältnis ist, umso mehr Courage gehört dazu, sich fair zu verhalten. Deshalb möchte ich mich mit meinem Geschäft überhaupt nicht als „besonders fairen Geschäftspartner“ ins Licht rücken. Zwischen mir und meinen Lieferanten herrscht ein Gleichgewicht.</p>
<p>Doch wenn man die Zeitung aufschlägt und in den Wirtschaftsteil blickt, kann man täglich sehen, dass dieses Gleichgewicht total aus den Fugen geraten ist. Da gibt es Banken, die den Wissensvorsprung gegenüber ihren Kunden ausnützen. Da gibt es Arbeitgeber, die es ausnützen, dass es weniger Jobs wie Arbeiter gibt. Da gibt es Lebensmittelhändler die ihre Marktmacht ausnützen und Lebensmittelproduzenten in den Ruin treiben. Da gibt es Molkereien, die es ausnützen, dass es mehr Milch gibt, wie benötigt wird. </p>
<p>Jetzt könnte man es sich einfach machen, und die ganzen „unfairen“ Geschäftspraktiken verurteilen. So einfach ist es aber nicht. Was würde denn passieren, wenn Netto nur „faire“ Milch für 0,71 € verkaufen würde. Aldi aber die Milch für 0,61 €. Auf kurz oder lang würde es Netto nicht mehr geben. Dann wäre es zwar gut gemeint, doch es hätte keinen nachhaltigen Nutzen. </p>
<p>Das Einzige was gegen unfaire Bedingungen im Handel hilft sind mündige Kunden. Wenn jemand 10 Eier für 0,89 € kauft und sich über die Haltungsbedingungen der Hühner informiert hat, mit diesen einverstanden ist, dann hat er die Eier ganz bewusst gekauft. Für dieses Verhalten möchte ich niemand einen Vorwurf machen.<br />
Doch wenn ich Eier für 0,89 € kaufe, dann noch schimpfe wie schlimm die Käfighaltung ist, in einer örtlichen Bürgerinitiative gegen einen neuen Hühnerstall in meiner Nähe mich engagiere, dann ist dies für mich ein unmündiger Verbraucher, für den ich keinerlei Verständnis habe.  </p>
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		<title>Ich bin froh, dass ich Sie habe!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 May 2008 08:30:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie den Film „Das Experiment“? Es werden 20 freiwillige Teilnehmer gesucht, um ein Gefängnis zu simulieren. Scheinbar zufällig werden sie in Wärter und Gefangene unterteilt und von einem Wissenschaftler-Team beobachtet. Die Gefangenen müssen dabei auf einige Grundrechte verzichten, während die Wärter angewiesen sind, angemessen zu reagieren. Es waren ganz normale Menschen, denen Macht über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie den Film „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Experiment_(Film)">Das Experiment</a>“? Es werden 20 freiwillige Teilnehmer gesucht, um ein Gefängnis zu simulieren. Scheinbar zufällig werden sie in Wärter und Gefangene unterteilt und von einem Wissenschaftler-Team beobachtet. Die Gefangenen müssen dabei auf einige Grundrechte verzichten, während die Wärter angewiesen sind, angemessen zu reagieren. Es waren ganz normale Menschen, denen Macht über andere gegeben wurde. Das Experiment eskaliert. Im Film gibt es Tote und Verletze. Die Vorlage des Films war das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanford-Prison-Experiment">Stanford-Prison-Experiment</a>.</p>
<p>Was hat das alles mit meinem Blog zu tun? Der Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland zeigt sehr starke parallelen zu diesem Experiment auf. Nur das dieser Versuch nicht mehr abzubrechen ist, sondern das wir uns mitten in der Wirklichkeit befinden.<br />
Eine Gruppe von Menschen die bei „Rewe, Metro, Edeka, Aldi, Lidl“ arbeiten, haben die Macht über 5900 Betriebe die Lebensmittel herstellen. Über eine halbe Mio. Mitarbeiter die für diese Firmen arbeiten. Über 420 000 landwirtschaftliche Familien.</p>
<p>In der Financial Times Deutschland las ich einen Bericht „<a href="http://www.ftd.de/unternehmen/handel_dienstleister/290923.html?p=1">Geschacher um Lebensmittel</a>“. Dort wurde die Situation in der sich viele Lebensmittelhersteller befinden beschrieben. &#8220;Es ist schlimmer als jemals zuvor&#8221;, stöhnt ein mittelständischer Getränkehersteller. &#8220;Wir stehen mit dem Rücken an der Wand.&#8221; Es gebe eine Menge Unternehmen, prophezeit der Firmenchef, &#8220;die die nächsten sechs Monate nicht mehr überleben&#8221; Besonders schlimm trifft es die Unternehmen, die über keine starke Marke verfügen. Sie werden zum Spielball der Einkäufer. „Es geht nur noch um den Preis“ </p>
<p>Als kurzsichtiger Egoist würde man jetzt sagen: „Wenn juckt´s?“ Eigentlich hat durch diese Praxis der Verbraucher nur Vorteile. Nirgendwo auf der Welt kann man so billige Lebensmittel kaufen wie in Deutschland. Doch zu welchem Preis?</p>
<p><strong>Die Bauern werden beschissen</strong> (<a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/reportage/?sid=fb1de053b8c33f752fb2396bb683f29f&#038;em_cnt=1333696">Frankfurter Rundschau</a>)<br />
Hunderte deutscher Milchbauern wollen ihre Milch in den Gulli schütten. Vor allem, um einen &#8220;fairen Preis&#8221; zu bekommen, wie sie sagen: 43 Cent pro Kilo Milch, das sei der Herstellungspreis, nicht die 35 Cent und weniger, die die Molkereien ihnen nach der jüngsten Preissenkung überwiesen haben. Was die Verbraucher freut &#8211; Lidl, Aldi, Rewe haben den Milchpreis im April von 73 auf 61 Cent gesenkt- , erleben Hunderte von Milchbauern als existenzielle Bedrohung. Strom, Sprit, Kraftfutter sind auch für sie teurer geworden. Doch ihre Ware ist gerade so viel wert wie in den 80er Jahren…..<object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/AK-85B2znz4&#038;hl=de"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/AK-85B2znz4&#038;hl=de" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object></p>
<p><strong>Die Arbeitnehmer in der Lebensmittelindustrie werden beschissen</strong>  (<a href="http://www.zeit.de/2008/19/Wallraff-19">Die Zeit</a>)<br />
„Ich will wissen, wie es in einer Firma zugeht, die sich einem einzigen Großabnehmer ausgeliefert hat, noch dazu dem Discounter Lidl, der dafür bekannt ist, aus seinen Mitarbeitern und Zulieferern das für ihn Optimale herauszupressen und dessen Konzernherr Dieter Schwarz auf diese Weise mit seinen mehr als 10 Milliarden Euro Ersparnissen zum viertreichsten Deutschen emporstieg.“ Günter Wallraff</p>
<p>Günter Wallraff arbeitete vier Wochen in einem Betrieb, der für Lidl Brötchen herstellt. Wie es den Mitarbeitern in solch einem Betrieb ergeht, können Sie in diesem Bericht nachlesen.</p>
<p><strong>Die Arbeitnehmer in den Lebensmittelgeschäften werden beschissen</strong> (<a href="http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/unternehmen/615194.html?q=lidl">Der Stern</a>)<br />
„Diese Bespitzelung hat ein unglaubliches Ausmaß. Eine solche Systematik habe ich nicht erwartet. Sie dokumentiert tiefstes Misstrauen in die Beschäftigten und dokumentiert die Missachtung der Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter. Das System Lidl leistet einen Offenbarungseid..“ Frau Mönig-Raane </p>
<p>Der Fair Trade Kaffee in den Regalen der Discounter wirkt dabei wie blanker Hohn. Doch ich möchte an diesen Beispielen niemand den schwarzen Peter zuschieben. Ich denke, dass es normale menschliche Reaktionen sind, die sich hier abspielen. Die Kräfteverhältnisse im Lebensmitteleinzelhandel sind aus den Fugen geraten. Noch profitiert der Verbraucher durch den harten Konkurrenzkampf. Doch wie lange wird dieser in der Härte geführt werden? Komischerweise haben die fünf großen Lebenmitteleinzelhändler alle Milchprodukte am selben Tag auf denselben Preis gesenkt. War es Zufall? Das glaube ich nicht! Wenn sich fünf Leute in Deutschland absprechen, kann der Preis auch in die andere Richtung gehen. </p>
<p>Ich bin überzeugt davon, um nachhaltig Lebensmittel erzeugen zu können, muss das Verhältnis „Bauer, Handwerker, Händler und Verbraucher“ als eine ehrliche Partnerschaft verstanden werden. Das Ziel für alle muss heißen: Gesunde und leckere Lebensmittel zu erzeugen. Alle Beteiligten sollen von dieser Partnerschaft profitieren. Sonst bleibt die Nachhaltigkeit auf der Strecke. Ich bin dabei!</p>
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		<title>Wenn Wissen Kontakte knüpft!</title>
		<link>http://www.eishop.de/blog/2008/wenn-wissen-kontakte-knupft/</link>
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		<pubDate>Mon, 31 Mar 2008 14:48:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche gab ich für das Magazin &#8220;DLG Mitteilungen&#8221; (ein führendes Fachmargazin in der Landwirtschaft) ein Interview zum Thema Betriebsentwicklung: 
Herr Kratzer, wie haben Sie Ihren Betrieb weiterentwickelt?
Die Wege die man mit seinem Betrieb einschlägt, dürfen keine Zufallsentscheidungen sein. Sie müssen gedanklich durchgespielt werden, so dass sie der tatsächlichen Situation immer einige Zeit voraus sind. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche gab ich für das Magazin &#8220;<a href="http://www.dlg-mitteilungen.de/">DLG Mitteilungen</a>&#8221; (ein führendes Fachmargazin in der Landwirtschaft) ein Interview zum Thema Betriebsentwicklung: </p>
<p><strong>Herr Kratzer, wie haben Sie Ihren Betrieb weiterentwickelt?</strong><br />
Die Wege die man mit seinem Betrieb einschlägt, dürfen keine Zufallsentscheidungen sein. Sie müssen gedanklich durchgespielt werden, so dass sie der tatsächlichen Situation immer einige Zeit voraus sind. Nur so kann ein strategisches und stabiles Wachstum sichergestellt werden. Kurzfristige Verlockungen dürfen auf die Betriebsentwicklung keinen Einfluss haben. Ob der Milchpreis 40 oder 25 Cent beträgt, darf nichts an der langfristigen Strategie ändern.<br />
<strong><br />
Heißt das, die einmal gefasste Zielsetzung ist unumstößlich?</strong><br />
Nein. Es muss auch klar sein, dass ein langfristiges Ziel kein fixer Punkt ist. Neue Einflussfaktoren gewinnen an Bedeutung. Das Ziel für unseren Betrieb beschränkt sich nicht nur auf das Wort Wachstum. Es muss intelligenter formuliert werden.</p>
<p><strong>Was meinen Sie damit?</strong><br />
Ich finde es wichtig, sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Diese haben einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Betriebes. Der Zukauf von Hard Skills, z.B. Arbeitserledigung in der Außenwirtschaft, Pflanzenbauberatung, ist selbstverständlich, um Wachstum sicherstellen zu können. Der Erfolg aber entscheidet sich in den Soft Skills des Unternehmers. Kreativität und Kooperationsfähigkeit sind die Schlüsselqualifikationen, die nur sehr schwer zugekauft werden können, die aber das langfristige Überleben sichern.</p>
<p><strong>Welche Bedeutung hat für Sie kreative Weiterentwicklung?</strong><br />
Es macht Spaß, mit Menschen, die ähnlich denken, neue Dinge zu entwickeln. Wenn Wissen Kontakte knüpft, ist das für mich Kreativität. So entstand auch eine sehr erfolgreiche Maschinengemeinschaft in unserem Dorf. Es geht nicht um die revolutionären Neuentdeckungen, vielmehr um kleine logische Schritte die weiterbringen. Davon lebt unser Betrieb. Für mich ist entscheidend, meine Situation zu erkennen und daraus meine eigenen Schlüsse zu ziehen. Aus dieser Geisteshaltung heraus entstehen Zukunftsbetriebe.<br />
<strong><br />
Wie funktioniert das in der Praxis?</strong><br />
Alle Dinge die ich erlebe, alles was ich lese, die Gespräche die ich führe, nehme ich auf. Plötzlich ergeben sich daraus neue Ideen. Ein Beispiel: Eine Frau fragte mich, ob sie in ihrem Dorf unsere Lebensmittel verkaufen darf. Doch sie hatte wenig Platz. Wir kombinierten Hausfrau und Internet, erstellten einen Katalog sowie einen Onlineshop und schon war der »<a href="http://www.eishop.de/shop_content.php?coID=20">eipoint</a>« geboren.</p>
<p><strong>Was empfehlen Sie Betriebsleitern, um mehr Ideen in ihr Unternehmen zu tragen?</strong><br />
Neugierde! Das Blickfeld muss über die Landwirtschaft hinausgehen. Das <a href="http://www.dlg.org/de/akademie/nachwuchsfoerderung/traineeprogramm/index.html">Trainee-Programm der DLG </a>ist hierfür ein vorbildliches Beispiel. Denn eines ist sicher, egal ob Sie Hosenträger, Weizen oder Milch verkaufen: Es muss mehr Geld eingenommen werden als ausgegeben wird. Nur jeder macht es anderes. Und von jedem kann man lernen. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Regional ist genial -Global ist real</title>
		<link>http://www.eishop.de/blog/2007/regional-ist-genial-global-ist-real/</link>
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		<pubDate>Sat, 09 Jun 2007 14:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Moment hört man in den Nachrichten nichts anderes mehr wie Heiligendamm, G8 und Globalisierungsgegner. Globalisierungsgegner? Was ist das? Wenn man den Nachrichten glaubt, gibt es sie wirklich Doch was ist ein Globalisierungsgegner? Jemand der immer noch glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist, und dass nach Frankreich nur noch ein paar &#8220;Robinson Clubs&#8221; kommen? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Moment hört man in den Nachrichten nichts anderes mehr wie Heiligendamm, G8 und Globalisierungsgegner. Globalisierungsgegner? Was ist das? Wenn man den Nachrichten glaubt, gibt es sie wirklich Doch was ist ein Globalisierungsgegner? Jemand der immer noch glaubt, dass die Erde eine Scheibe ist, und dass nach Frankreich nur noch ein paar &#8220;Robinson Clubs&#8221; kommen? Wer wirklich meint er ist ein Gegner der Globalisierung, ich glaube behaupten zu können, der hat den Zug verpasst. </p>
<p>Nur ein alltägliches Beispiel: Der Wecker (Japan) klingelt. Ich stehe auf und gehe ins Bad um mir die Zähne mit meiner neuen Zahnbürste (China) zu putzen. Nach meiner Morgentoilette ziehe ich mich an. Mein Anzug trägt zwar das Label von Boss, doch es wurde von Näherinnen aus Rumänien genäht. Ich gehe in die Küche schalte meinen Gasherd (Russland) ein, um mir ein Frühstücksei (Gablingen) zu kochen. Den Kaffee (Peru) den ich mir in den Filter (Finnland) kippe ist von hervorragender Qualität. Und in Kombination mit meiner AEG-Kaffeemaschine (Polen) mache ich mir jeden Tag den besten Kaffe den man sich zum Frühstück nur wünschen kann. Vor meiner Haustür (Gablingen) liegt meine Tagszeitung (Ausgburg) die ich auch täglich mit Genuss lese. Das Papier (Schweden) das ich da täglich in den Händen halte ist es wert, jeden Morgen einige Minuten früher aufzustehen. Nach dem Frühstück fahre ich meinen Rechner (Korea) hoch. Mit meinem Betriebssystem (Amerika) bin ich eigentlich recht zufrieden, doch Linux (Welt) macht dieser Firma schon mächtig Konkurrenz ….</p>
<p>So vergeht Tag für Tag und wir merken nicht, wie wir eigentlich mit der ganzen Welt in Verbindung stehen. Man kann das wollen oder nicht, doch das ist einfach so.  Ich bin auch der Meinung, dass vieles nicht richtig läuft. Doch wir müssen die Globalisierung nicht verhindern wir müssen sie gestallten.<br />
Ich versteh die massive Kritik an dem G8 Treffen nicht. Hier treffen sich Menschen, die sehr viel Macht haben, um die richtigen Weichen zu stellen. Und ich finde es sehr wichtig, dass diese Menschen sich miteinander unterhalten. Stellen Sie sich vor, die Leute die diese Woche in Heiligendamm waren, sprechen nicht mehr miteinander. Wir hätten ein größeres Problem.</p>
<p>Doch was soll das alles auf meiner Homepage. Ich bin ein Mensch, der sich für diese Dinge interessiert, und auch eine politische Meinung hat. Doch wie kann man als kleiner „Pimpf“ Globalisierung gestallten? Wie kann mein Beitrag dazu aussehen? Wenn man der Meinung ist, dass es eh keinen Sinn hat, dann tue ich mich sehr leicht. Ich schiebe die Verantwortung an die Besucher von Heiligendamm, schimpfe auf die Weltpolitik und warte ab, bis die nächste Demo ansteht.<br />
Doch das ist meiner Meinung der falsche Weg. Für mich ist das Wichtigste jedes einzelnen Menschen, und sei er noch so ein kleiner „Pimpf“, Verantwortung zu übernehmen. Ich kann nicht fordern, dass der Kohlendioxidausstoß auf 50% gesenkt wird. Handle selbst!  Ich kann nicht fordern, dass Afrika mehr Entwicklungshilfe bekommt. Handle selbst! Ich kann mich nicht über die schlechten Arbeitsbedingungen in China aufregen. Handle selbst!<br />
Mit jedem Euro den ich ausgebe, übernehme ich Verantwortung. Deshalb ist es auch wichtig zu wissen, wem ich mein Geld gebe. Ich habe die Wahl! </p>
<p>In der Überschrift steht: Regional ist genial – Global ist real. Blicken wir vielleicht nicht immer gleich so weit weg. Das ist einfach und wir finden leicht Fehler. Fangen Sie zuhause an. Wie geht es meinem Nachbarn? Wie funktioniert das Vereinsleben in meinem Dorf? Soll ich mich in der Kommunalpolitik engagieren? Dort fängt für mich Globalisierung an!</p>
<p>Wenn viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann ändert sich die Welt! Afrikanisches Sprichwort</p>
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		<title>Ein älteres aber interessantes Interview</title>
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		<pubDate>Mon, 28 May 2007 18:29:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Kratzer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meinungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Podiumsdiskussion ist zwar schon einige Zeit her, doch immer noch sehr aktuell. Vielleicht ist der Text zu lange für einen Blogeintrag. Doch es lohnt sich, ihn zu lesen.
Podiumsdiskussion am 4. Mai 2006 zum Thema:
„Anpacken statt jammern“
Andreas Kratzer, Gablingen
Wie sehen Sie die langfristigen Prognosen in Ihrem Betriebszweig und allgemein in der Landwirtschaft?
Sehen wir uns die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Podiumsdiskussion ist zwar schon einige Zeit her, doch immer noch sehr aktuell. Vielleicht ist der Text zu lange für einen Blogeintrag. Doch es lohnt sich, ihn zu lesen.</p>
<p>Podiumsdiskussion am 4. Mai 2006 zum Thema:</p>
<p>„Anpacken statt jammern“</p>
<p>Andreas Kratzer, Gablingen</p>
<p><strong>Wie sehen Sie die langfristigen Prognosen in Ihrem Betriebszweig und allgemein in der Landwirtschaft?</strong><br />
Sehen wir uns die Fakten an. Seit 1975 haben sich die landwirtschaftlichen Betriebe halbiert. In der Geflügelwirtschaft sehen die Zahlen noch dramatischer aus. Die Betriebe sind seit dieser Zeit auf 20% geschrumpft. Doch was sagen diese Zahlen? Nichts! Ein Betrieb verdient 50000,- € sein Nachbar macht 50000,- € Verlust. Wie soll man nun diese Branche für die Zukunft bewerten? Wissen wir überhaupt, was wir in Zukunft verkaufen werden? Heute sind es Nahrungsmittel  morgen Energie und übermorgen????? Man kann keine Branche auf seine Zukunftsfähigkeit bewerten. Man kann einen Betriebsleiter bewerten, ob er mit den Herausforderungen der Zukunft umgehen kann. Egal ob er in der Landwirtschaft, im Handwerk oder im Dienstleistungsbereich tätig ist. Er muss einfach am Ende des Jahres mehr Geld eingenommen haben wie er ausgegeben hat.</p>
<p><strong>Worauf mussten Sie achten, als Sie sich selbstständig machten? Welche Tipps können Sie Landwirten geben, die sich in einem neuen und noch fremden Betriebszweig selbstständig machen möchten. </strong></p>
<li>Eine Vision entwerfen und diese auch auf Papier bringen</li>
<li>Keine zu großen Schritte machen</li>
<li>Netzwerke schaffen</li>
<li>Auf die Arbeitsbelastung achten</li>
<li>Ziele formulieren</li>
<p><strong>Wodurch zahlt sich eine tüchtige Selbstständigkeit, landwirtschaftlich sowie handwerklich aus?</strong><br />
Erfolg, Spaß und Selbstverwirklichung</p>
<p><strong>Welchen beruflichen und privaten Erfolg konnten Sie mit Ihrer Unternehmertätigkeit bzw. Selbständigkeit erreichen?</strong><br />
Ich sehe mich als ein Baumeister eines Netzwerkes. Ich entwerfe Ideen, die ich mit Menschen mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten verwirklichen kann. Dabei steht nicht der wirtschaftliche Erfolg im Mittelpunkt. Dies ist die Grundlage, doch viel mehr sind es die Menschen, die aus diesem Netzwerk Erfolg, Spaß und Selbstverwirklichung schöpfen können. Erfolg bedeutet für mich, Anstöße zu geben, damit sich ein solches Netzwerk entfalten kann.</p>
<p><strong>Auf welche Umstellungen z.B. hinsichtlich der Arbeitszeit sowie privater und familiärer Einschränkungen muss sich ein Existenzgründer einstellen?</strong><br />
Für mich gab es keine Umstellung, weil ich schon immer selbstständig war. Doch ich finde es sehr wichtig, sich nicht unabkömmlich zu machen. Leider ist dies wohl eine der schwierigsten Managementaufgaben, seine Arbeitszeit als selbstständiger Unternehmer richtig einzuteilen. Für mich ist es wichtig, Freiräume zu haben, um auch der Kreativität Platz zu geben. Für einen Unternehmer ist nicht entscheidend, wie viel Stunden er arbeitet. Für einen Unternehmer ist entscheidend, was am Ende vom Jahr übrig bleibt. Manche verdienen mit einem genialen Gedanken mehr Geld, wie ein anderer seinem ganzes Leben.</p>
<p><strong>Welche Voraussetzung und persönlichen Einstellungen müssen heutzutage vorhanden sein, um bei der Arbeitsplatzsuche und im Berufsleben erfolgreich zu sein?</strong><br />
Da ich noch nie einen Arbeitsplatz suchen musste, mache ich es mir hier vielleicht etwas zu leicht bei der Beantwortung dieser Frage. Doch ich bin mir sicher, dass Kooperationsfähigkeit und Kreativität zu den Schlüsselqualifikationen gehören.<br />
Ich hätte keine Chance den Beruf Arzt zu erlernen, da mein Speicher (Gehirn) für diese Datenflut nicht ausgebaut ist. Um Arzt zu werden ist eine große Festplatte (Gehirn) sehr wichtig. Bis zur Prüfung wird auch ein leistungsfähiger Arbeitsspeicher dringend benötigt. Doch die Software um die Daten die auf der Platte liegen, richtig zu kombinieren heißt Kreativität. Diese Software kann man sich aber nicht von irgendeinem Lehrplan herunterladen, dazu sind Eigenschaften nötig die vererbt, anerzogen und gefördert werden. Sie heißen Neugierde, Ehrgeiz und  Toleranz  Und eines ist sicher: Die Festplatte der Menschheit liegt auf Millionen von Servern auf der ganzen Welt  &#8211; Der Erfolg entscheidet sich bei der Software. Sei es als Bauer oder als Arzt.</p>
<p><strong>Worin liegen allgemein die Stärken unserer Ausbildung gegenüber anderen Ländern?</strong><br />
Ich kenne mich leider in den Lehrplänen anderer Länder nicht aus, doch ich bin mir sicher, dass es in Deutschland genug Angebote gibt um zu lernen. Ich finde es wichtig, auch andere Bereiche und Branchen kennen zu lernen. Dazu müssten die Schulen Möglichkeiten bieten, branchenübergreifende Kenntnisse zu vermitteln. Ich glaube auch, dass einen erheblichen Anteil am Erfolg einer Ausbildung die Lehrer geben. Sie können Interesse wecken und Kreativität vermitteln. Das Wissen, das für ein zukünftiges Berufsleben nötig ist, ändert sich so rasant, dass kaum ein Lehrplan diese Geschwindigkeit halten kann. Deshalb finde ich es richtig, Grundkenntnisse in der schulischen Ausbildung zu vermitteln, für die Fortbildung muss jeder einzelne seinen individuellen Weg finden. Dazu bietet das Internet unbegrenzte Möglichkeiten. Noch nie vorher war das gesamte menschliche Wissen für jedermann zugänglich und in Sekundenbruchteilen abrufbar.</p>
<p><strong>Es wird in vielen Wirtschaftszweigen hervorragende Qualität erzeugt. Diese wird allerdings oft zu Spottpreis verkauft. Ist es überhaupt politisch gewollt, dass Qualität seinen Preis hat?</strong><br />
In einer funktionierenden Marktwirtschaft, hat die Politik keinen Einfluss auf den Preis. Natürlich hat bei uns die Landwirtschaft eine Sonderstellung. Doch auch da funktionieren immer mehr die Prinzipien des Marktes. Ich glaube viel mehr, dass ausgefeilte Produktionsprozesse immer bessere Qualität hervorbringt, und durch eine Steigerung der Produktivität Überkapazitäten erzeugt werden. Hohe Qualität ist Standard!<br />
Ausgezeichnete Qualität ist das Fundament unseres Wohlstandes, ohne die These: Qualität hat ihren Preis würde unser Wirtschaftssystem in Deutschland nicht funktionieren. .</p>
<p><strong>Man hört oft, dass viele fertig ausgebildete nicht übernommen werden. Ist es überhaupt sinnvoll eine Ausbildung in Wirtschaftszweigen zu machen, die eh schon personell ausgelastet sind?</strong><br />
Da ich meine Ausbildung nicht aus einem Kaugummiautomat ziehen kann, vergehen einige Jahre, bis ich mit einem Titel abgeschlossen habe. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Menschen auf der Welt gibt, der sagen kann, welche Berufe in fünf Jahren gefragt sind. Wohl als extremstes Beispiel für diese These war die New Economy. Für mich ist das Entscheidende für die Berufswahl die eigenen Neigungen und Fähigkeiten. Danach muss ich meine Ausbildung ausrichten. Natürlich sollte man nicht gerade träumen, wenn man sich diese Frage stellt. Doch mit einer gewissen Portion Realismus, kann hier nichts schief gehen. Die eigentliche berufliche Entwicklung beginnt eh erst nach der Ausbildung.</p>
<p><strong>Ist es in Zukunft unabdingbar, Marktnischen zu besetzen, was an sich ja nicht schlecht ist, aber benötigt jeder Mittelstandsbetrieb Marktnischen um sein Unternehmen halten zu können?</strong><br />
Das kommt wieder auf den Betriebsleiter selbst an. Ich muss mich fragen, wo liegen meine Fähigkeiten? Kann ich meine Produktion so organisieren, um auf einem Massenmarkt konkurrenzfähig zu sein? Wo bin ich besser als mein Wettbewerber? Bei diesen Fragen überschätzt sich wohl der ein oder andere Landwirt. Oder muss ich mich in einer Ritze einnisten, um den kräftigen Wind des Wettbewerbes auszuweichen? Sicher ist es gemütlicher in einer Ritze, doch wenn sie in dieser Ritze Erfolg haben, werden sie nicht ewig alleine sein. Sie müssen ständig nach neuen Ritzen suchen. Im Gegensatz zum Massenmarkt, dort kann ich mich einzig und allein auf die Produktion konzentrieren.</p>
<p><strong>Welch Auswirkungen wird die MwSt Erhöhung haben?</strong><br />
Habe ich mir noch keine Gedanken gemacht</p>
<p><strong>Wie kann man verhindern, dass noch mehr Arbeitsplätze ins Ausland verlagert werden?</strong><br />
Durch weniger Bürokratie und Bildung, Bildung, Bildung und noch einmal Bildung<br />
<strong><br />
Liegt die hohe Jugendarbeitslosikeit auch an der mangelhaften Ausbildungfähigkeit der Jugendlichen? Haben arbeitswillige Jungendliche noch Chancen in der heutigen Zeit? </strong><br />
Ich bin überzeugt davon, dass die größte Verantwortung hier bei den Eltern und die Wahrnehmung ihrer Erziehungsaufgabe liegt. Viele Jugendliche sind nicht mehr fähig Verantwortung zu übernehmen und können sich in eine Gruppe nicht mehr eingliedern. Die soziale Kompetenz ist eines der größten Wettbewerbsnachteile von Auszubildenden mit schlechten Leistungen. Gerade bei kleineren und mittleren Betrieben ist dieses Defizit oft ein Grund nicht auszubilden.<br />
Auch eine Anspruchshaltung der Jugendlichen ist nicht angebracht. Man müsste in der Schule die Aufgabe einer Lehre besser vermitteln. In diesen Jahren geht es nicht um Geldverdienen, es geht um (Aus) Bildung. Und die kostet normalerweise etwas! Engagierte Jugendliche haben Chancen, haben Zukunft!</p>
<p><strong>Warum springt die positive Stimmung der Wirtschaft nicht auf den Arbeitsmarkt über?</strong><br />
Weil die Produktivität in einem rasenden Tempo voranschreitet, und die Innovationskraft für neue Produkte und Dienstleistungen in Deutschland diesem Tempo nicht immer Schritthalten kann.</p>
<p><strong>Inwieweit haben bürokratische Hemmnisse Einfluss auf die betriebliche Entwicklungsfähigkeit?</strong><br />
Hier prallen Welten aufeinander. Ein Unternehmer der etwas unternimmt und somit nie eine 100% Sicherheit hat, und ein Beamter der meint, dass die ganze Welt so zu ordnen ist, wie sein Arbeitsvertrag. Hier entsteht Frust und Kapitulation. Viel Innovation, Kreativität und Geld wird darunter vergraben. Es besteht die Gefahr, dass die Politik versucht die Wirtschaft zu steuern.<br />
Als Beispiel möchte ich die Förderung des ländlichen Raumes nennen. Ein Beamter hat eine Idee. Bauern könnten Raststätten an der Autobahn bauen. Da das betriebswirtschaftlich eh nicht funktioniert, schießt der Staat viel Geld dazu.  Da Bauern hören, dass es viel Geld gibt, nehmen sie auch viel Geld in die Hand um das vom Staat zu bekommen. Doch da es Geld vom Staat gibt, möchte dieser auch mitreden, und erlässt Vorschriften und Bedingungen Das Resultat: Viele schöne neue bankrotte Autobahnraststätten!<br />
Sinnvoller wäre es, seinen eigenen Kopf anzustrengen und selbst etwas auf die Beine zustellen. Pfeifen sie auf das Geld vom Staat!</p>
<p><strong>Welche konkreten Vorschläge zur Entbürokratisierung stellen Sie an unsere Politiker? </strong><br />
Mehr Markt, mehr Wettbewerb und mehr Freiheit</p>
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