Vortragsreihe an der Landvolkshochschule Wies


von Andreas Kratzer

wieskirche1“Erkenne die Möglichkeiten” lautet das Thema meines Vortrags, den ich vor Landwirtschaftsschülern aus den Landkreisen Kempten, Augsburg, Fürstenfeldbruck und Wolfratshausen halte. Ich möchte den Schülern zeigen, dass es nicht reicht sich auf die Wirtschaftszweige und Arbeitsweisen der vorherigen Generation zu verlassen. Man muss seine Chancen ehrlich einschätzen und dann seinen eigenen Weg gehen. Egal was Politiker, Familie und Lehrer von einem Erwarten.

Die Landvolkhochschule Wies liegt direkt neben der weltberühmten Wieskirche in Steingaden.

Erdbeeren aus China


von Andreas Kratzer

Es ist interessant einen Einkaufsbummel durch deutsche Supermärkte zu machen. Gehen Sie in Hamburg, Hannover, München oder Gablingen in einen Supermarkt, Sie finden überall die gleichen Produkte.

Die Lebensmittel werden standardisiert und von großen Industriebetrieben aus über unser Land verteilt. Die Rohstoffe werden dort eingekauft, wo sie am billigsten zu haben sind. Kürzlich sah ich ein Interview eines Schwartau-Manager, der von den Chinesischen Erdbeeren begeistert war.

Dazu ein Artikel:

Nicht mehr Polen, sondern China liefert die Erdbeeren in die EU
Das Land, in dem sich noch vor zehn Jahren kaum jemand für Erdbeeren interessierte, ist 2005 der größte Lieferant der EU – Polen hat verloren. Sein Anteil sank von 21 Prozent 2002 auf nunmehr 15 Prozent, der Chinas stieg von 3 Prozent 2002 auf 20 Prozent 2005. Wie kommen die chinesischen Erdbeeren eigentlich nach Europa? Mit dem Flugzeug natürlich. Sehen Sie das nächste Bild, wenn Sie wissen möchten, was uns hier erwartet.

Flugverkehr zwischen Europa und China 2003 und 2023
So sieht es aus, wenn Manager Visionen haben … und anstatt zum Arzt zu gehen an deren Umsetzung arbeiten. Der Boeing-Vize Randy Tinseth stellte diese begeisternde Prognose auf sein weblog – Randy’s Journal

magical-snap-20090929-1700-006Flugverkehr China Europa 2003

magical-snap-20090929-1702-007Flugverkehr China Europa 2023  geschätzt

Ein neuer Film läuft an


von Andreas Kratzer

Interessiert es Sie, wie es auf unserem Bauernhof auf und zu geht, dann schauen Sie doch einfach den Film an, den Augsburg TV vor einiger Zeit gedreht hat.magical-snap-20090825-1557-001

Kaliningrad 4. Tag


von Andreas Kratzer

Dies war unser letzer Tag in Russland. Wir besichtigten noch den Betrieb von Herrn Sergey Sajez, der auch das Gästehaus in dem wir übernachteten betreibt. Es war für russische Verhältnisse sicherlich ein Vorzeigebetrieb, doch von unseren Vorstellungen einer modernen Landwirtschaft weit entfernt.

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In diesem Gästehaus, das direkt an den landwirtschaftlichen Betrieb anschloss, blieben wir übernacht.

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Auch dort war der Maschinenparkt sehr “russisch” geprägt.

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Vor dem Melkhaus

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Die Milchhygiene ist mit der der unseren nicht zu vergleichen. Eine Kühlung gibt es in den seltensten Fällen.

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Auch hier wurde mit den einfachsten Mitteln Milch erzeugt. Doch der Ehrgeiz und das Engagement des Betriebsleiters war sehr bemerkenswert.

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Storchennester waren wohl das typische Bild von Russland. In jedem Baumgipfel und jedem Hausdach ließen sich diese schönen Tiere nieder.

Kaliningrad 3. Tag


von Andreas Kratzer

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Herr Yuriy Korovin (Tarnanzug) stellte uns seinen Gemüsebaubetrieb vor.

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Er arbeitete auch mit sehr primitiver Technik.

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Man kann es nicht glauben, dass solche Maschinen noch funktionieren. Doch für Russen ist dies noch Top Technik.

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Anschließend besichtigten wir noch sein Feld.

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Wladimir Reiter, der Verwalter des Betriebes Agro Nowa, mit ca. 10000 ha Land zeigte uns seine Getreideschläge.

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Es war alles sehr gepflegt und durchaus mit dem westlichen Standart vergleichbar. Doch hier ist Kapital vorhanden. Es wird mit westlicher Technik gearbeitet. Und es stehen westliche Berater zur Verfügung.

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Zum Betrieb gehört auch das Gestüt Georgenburg. Ein Oligarch hat aus Ruinen wieder einen Pferdetraum hergestellt.

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So sah das Gestüt nach dem Krieg aus.

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Doch mit viel Geld kann man viel machen.

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Am Nachmittag fuhren wir in die Rominder Heide. Dies ist ein Naturparadies, das überwiegend mit Wald und Seen bedeckt ist.

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Könige und Fürsten gingen dort zur Jagd.

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Am Abend blieben wir im Gästehaus Sergey Saez übernacht.

Kaliningrad 2. Tag


von Andreas Kratzer

An diesem Tag sahen wir die großen Unterschiede zwischen Arm und Reich. Am Vormittag besichtigten wir den Betrieb Salesje, der dem Kaliningrader Agrarminister gehört.

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Dieser Betrieb bewirtschaftet ca. 5000 ha Land und 1200 Milchkühe.

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Der Milchviehstall wurde vor zwei Jahren gebaut und ist mit modernster Technik ausgestattet.

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Es ist alles sehr ordentlich und man hat den Eindruck, dass hier nach westlichen Standarts gearbeitet wird. Hier zu sehen einen Güllebehälter.

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Die Innenansicht ist gewaltig dies ist einer von beiden Ställen. Dort sind ca. 500 Kühe untergebracht. Diese Produktionsweiße ist mit bayerischen Verhältnissen nicht zu vergleichen.

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Der Mist wird mit einem Schrabber aus dem Stall gebracht.

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Gemolken wird in einem Melkstand.

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Auch die Futtersilos haben andere Dimensionen wie auf einem bayerischen Milchviehbetrieb.

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Anschließend besichtigten wir den Maschinenstützpunkt für den angeschlossenen Ackerbaubetrieb. Er kann einen großen Teil seiner Getreideernte selbst einlagern.

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Die vorhandene Technik ist ausschließlich aus dem Westen.

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Hier auf dem Bild ist unserer Dolmetscherin und der Betriebsleiter zu sehen.

Anschließend fuhren wir dann auf den Betrieb von Stephan Kasatschenko. Er war einmal Praktikant in Deutschland und wohl einer der fortschrittlichsten Bauern in seinem Dorf.

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Der Betrieb war etwa 10 km von unserem vorherigen entfernt.

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Wir wurden gleich von der sehr netten Familie zum Essen eingeladen. Und anschließend stellte er uns seinen Betrieb vor.

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Hier auf dem Bild ist der Betriebsleiter (rotes T Shirt) zu sehen.

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Diese Technik war der ganze Stolz der Familie. Man konnte garnicht glauben, dass sie noch funktioniert.

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Seine 20 Kühe waren die überwiegende Zeit auf der Weide. Auch hatte er einen Bullen bei der Herde.

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Ein Frontlader Marke Eigenbau. Wir waren wiklich fasziniert wie die Familie aus nichts noch etwas zusammenbasteln konnte.

Es war wirklich ein Tag mit sehr vielen Eindrücken. Wir erlebten zwei Welten. Doch was mich am meisten an diesem Tag fasziniert hatte, war die Familie Kasatschenko, die mit den wenigen Mitteln die sie hatten, trotzdem optimistisch in die Zukunft blickten.

Kaliningrad 1. Tag


von Andreas Kratzer

An diesem ersten Tag wurden wir vom Kaliningrader Agribusinessinstitut eingeladen. Der Direktor Herr Wadiv gab uns einen Überblick über die Landwirtschaft im Kaliningrader Gebiet. Unter anderem erzählte er uns, dass 50 % der Fläche in dieser Gegend (frühere Kornkammer Deutschland´s) nicht bewirtschaftet werden. Wir konnten es nicht glauben, doch im Laufe der Reise sahen wir unbestelltes Land so weit das Auge reicht. Unvorstellbar für einen Deutschen Landwirt!
Anschließend fuhren wir zum Betrieb von Frau Nadeschda. img_3588
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Sie war wirklich eine Kämperin und war sehr optimistisch, was die Zukunft ihres Betriebes anbelangt. Der Betrieb war auf Milchproduktion spezialisiert. Doch unter welchen Umständen dort Milch erzeugt wird, ist nicht zu beschreiben. Schauen Sie sich einfach die untenstehenden Bilder an.
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Frau Nadeschda verkauft ihre gesamte Milch auf dem Wochenmarkt von Kaliningrad. Auch ein neuer Stall wurde begonnen zu bauen, doch an allen Ecken und Enden fehlte das Geld. Doch ihr großer Traum war es, diesesn Stall mit Leben zu füllen.
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Am Nachmittag ging es dann auf die Kurische Nehrung. Es ist wirklich ein Traum von einer Landschaft. Hier einige Bilder. img_3671 3
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Brief nach Brüssel


von Andreas Kratzer

Sehr geehrter Herr Ferber,

ich möchte noch einmal auf ihr Angebot zurückkommen, dass Sie meinem Vater in Brüssel bezüglich eines Betriebsbesuches und ein Gespräch mit unserer örtlichen Veterinärbehörde gemacht haben. „Um dem Landwirt zu demonstrieren, dass er es ernst meint, bietet Ferber an, sich vor Ort zu informieren …“ AZ vom 20. April 2009. Mir geht es in diesem Gespräch speziell um die neue Hühner-Salmonellen-Verordnung und die Probleme die daraus für kleine und mittlere Legehennenbetriebe entstehen.

Vorab einige Infos: es werden in unseren Ställen nun regelmäßig alle 15 Wochen Sockentupferproben (das heißt Proben aus dem Staub und Kot im Hühnerstall) gezogen. Sind diese positiv entsteht ein Verbot, die Eier die diese Tiere legen, als Eier der Güteklasse A zu verkaufen. Das bedeutet für einen kleinen Betrieb, der keine Möglichkeit hat die Eier als Güteklasse B zu vermarkten, dass er seine Hühner töten muss. Jeder Veterinär wird ihnen bestätigen, dass die Lebensmittel die diese Tiere erzeugen keinerlei Mängel aufweisen. Doch für einen kleinen Direktvermarkter wie wir es sind, bedeutet dies eine Existenzgefährdung des Betriebes. Wir reden hier auch nicht von irgendwelchen seltenen Bakterien. In 20% der Legehennenbetriebe in Deutschland (Spanien 70%) wurden im Stall Salmonellen nachgewiesen. Auch kommen Salmonellen in der Umwelt häufig vor; so scheidet jeder Mensch im Durchschnitt eines Jahres mind. einmal Salmonellen aus.

Wird ein Vermarktungsverbot ausgesprochen, wenn Salmonellen auf dem Ei gefunden werden, habe ich nichts einzuwenden. Ich habe auch nichts gegen die Probeziehung mit Sockentupfern, doch die Konsequenzen, die durch dieses Gesetz entstehen sind unverantwortlich.

In großen Legehennenkonzernen sind eigene Verarbeitungsbetriebe angeschlossen. z.B. gehört zur Deutschen Frühstücksei GmbH (mehr als 10 Mio Tiere) der Aufschlagbetrieb Ovobest. Fällt nun eine Farm wegen eines positive Salmonellenbefundes aus, geht eben dieser in die Verarbeitung. In solchen Betrieben hat das neue Gesetz keine nennenswerten Auswirkungen. Für einen Betrieb wie den unseren bedeutet es das finanzielle Aus. In den bisherigen Ergebnissen, konnte auch kein Zusammenhang zwischen Managementfehlern und positiven Befunden festgestellt werden. So dass dieses Gesetz für mich als kleiner Legehennenhalter russisch Roulett bedeutet – alle 15 Wochen kann eine Kugel aus dem Lauf kommen. Der Landwirt der seine Hühner im Freien hält, spielt das gleiche Spiel. Nur stecken in seiner Revolvertrommel noch ein paar Kugeln mehr.

Dazu Ihre Aussage: “Alle Überlegungen auf europäischer Ebene, mit weiteren bürokratischen Vorschriften die Landwirtschaft zu reglementieren und zu strangulieren lehne ich grundsätzlich ab. Eine Agrarpolitik, die nur Großbetriebe unterstützt, findet ebenfalls nicht meine Zustimmung. Gerade die bayerische bäuerliche Landwirtschaft muss im europäischen Binnenmarkt eine Chance haben.”

Wenn Sie es damals in Brüssel ehrlich gemeint haben, dann würde ich mich freuen Sie auf unserem Betrieb begrüßen zu dürfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Kratzer

Lehrfahrt nach Kaliningrad


von Andreas Kratzer

kaliningradAuch dieses Jahr unternehme ich wieder eine Lehrfahrt nach Osteuropa. Dort besuche ich mit anderen Deutschen Landwirten landwirtschaftliche Betriebe in Kaliningrad.

Ich werde Ihnen wie letztes Jahr aus der Ukraine einen hoffentlich interessanten Reisebericht schicken, den Sie dann auf meinem blog nachlesen können.

Gablingen/Brüssel


von Andreas Kratzer

ferberLetzte Woche besuchte mein Vater das EU Parlament in Brüssel. Dabei traf er auch Politiker aus unserer Region. Was dabei herausgekommen ist können Sie in der Augsburger Allgemeine und in der Süddeutschen Zeitung nachlesen.

Zwei Tage später rief das Büro von Herrn Ferber an, um eine interview in Sat1 mit meinem Vater durchzuführen. Doch daraufhin schrieb ich Herrn Ferber folgenenden Brief:

Sehr geehrter Herr Ferber,

ich war wirklich erstaunt, welches mediale Echo der Ausflug meines Vaters nach Brüssel, nach sich gezogen hat. In vielen Punkten muss ich meinem Vater Recht geben, obwohl er nicht mehr direkt mit dem täglichen Betriebsablauf vertraut ist, und somit auch die Details nicht kennt.

Es freut mich, dass Sie die Sache ernst nehmen, und die Dinge vor Ort klären wollen. Ich bin mir auch sicher, dass wir von unseren Standpunkten überhaupt nicht weit auseinander liegen. Auch ich bin der Meinung, dass die Kompetenz der örtlichen Prüfer erhöht werden muss. Nur diese können beurteilen, welches „Gefahrenrisiko“ von einem lebensmittelverarbeitenden Betrieb ausgeht. Sie kennen den Betriebsleiter und können seine Sorgfaltspflicht richtig einschätzen. In diese Richtung geht auch die Gesetzgebung aus Brüssel. Ihm müssen Instrumente in die Hand gegeben werden, mit denen er betriebsindividuell entscheiden kann, ohne eine Wettbewerbsverzerrung herbeizuführen.

Doch in letzter Zeit wurde immer nur Verantwortung von oben nach unten weitergegeben. Keiner wollte mehr seinen Kopf hinhalten. Somit ist ein System entstanden, in dem sich jeder selbst kontrollieren muss. Durch dieses System entsteht Bürokratie. Ich bin der Meinung, dass Verantwortung wieder neu verteilt werden muss. Auch der Lebensmittelkontrolleur muss Verantwortung übernehmen können. Doch er muss auch wissen, dass er bei einem Problem nicht alleine dasteht. Sonst passiert etwas, das unweigerlich zu einem bürokratischen Papiertiger ausufert.

Auch die Medien haben in diesem „Spiel“ eine miserable Rolle eingenommen. In Deutschland haben wir die sichersten Lebensmittel und das geringste Vertrauen in diese. Das ist ein Ergebnis der sensationsgeilen Berichterstattung in unserem Land. Deshalb kann ich auch unsere Lebensmittelkontrolleure verstehen, die sich scheuen Verantwortung zu übernehmen, und sich somit der Gefahr aussetzen, am nächsten Morgen von den Medien zerrissen zu werden. Der BSE Skandal war sicherlich kein Lebensmittelskandal, in meinen Augen war dies ein Medienskandal erster Güte.

Aus diesem Grund habe ich auch kein Interesse mit ihnen in den Medien dieses Thema zu diskutieren. Doch wenn Sie ehrliches Interesse an dieser Sache haben, dann würde ich mich freuen, wenn wir uns an einen Tisch mit Vertretern der Lebensmittelkontrolle setzten und über diese Thematik sprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Kratzer